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Model-Gewerkschaft mit ver.di – so geht’s

Model-Gewerkschaft mit ver.di. Foto:

Bis vor Kurzem gab es für die Modelbranche keine Gewerkschaft oder zentrale Interessenvertretung. Probleme und Herausforderungen musste jedes Model allein bewältigen, das Verbessern von branchenweiten Rahmenbedingungen war undenkbar. Aber genau das tun wir jetzt. Zusammen mit ver.di haben wir eine Model-Gewerkschaft gegründet, um die Interessen der Models zu vertreten.

Es gibt jetzt die erste Model-Gewerkschaft! Tatsächlich sind wir eine der ganz wenigen Branchen, die bis vor Kurzem keine Gewerkschaft oder eine zentrale Interessenvertretung hatte. Der Bedarf ist da, das wissen wir von vielen Modelkolleg*innen und aus der täglichen Arbeit.

Um die Interessen der Models zu vertreten, aufzuzeigen wo Handlungsbedarf besteht und die Branche aktiv mitzugestalten, haben wir zusammen mit ver.di eine Gewerkschaft für Models gegründet. Rechtsberatung für Models, Informationen zu Sozial- und Krankenversicherung und die Entwicklung und Durchsetzung von Rahmenverträgen sind nur einige Themen, die die Model-Gewerkschaft jetzt angehen wird.

Wir machen uns dafür stark, dass Models bei ver.di gut betreut werden.

Wie es zur Model-gewerkschaft kam

Eigentlich wollten wir einen eigenen Verband auf die Beine stellen. Allerdings dauert es seine Zeit, bis dessen Strukturen aufgebaut sind und man eine ernstzunehmende Verhandlungsbasis hat. Bestehende Verbände profitieren von etablierten Strukturen und Synergien. Daher sind wir davon überzeugt, dass uns eine Modelgewerkschaft unserem Ziel schneller näher bringt.

In diesem Zuge haben wir u.a. mit ver.di Kontakt aufgenommen, intensive und konstruktive Gespräche geführt und die verschiedenen Problemfelder von Models besprochen. Ver.di vertritt bereits ähnliche Berufsgruppen wie Musiker*innen, Künstler*innen, Tänzer*innen, Schriftsteller*innen, Journalist*innen und seit Neustem auch YouTuber*innen – bisher aber noch keine Models.

Ein erster Erfolg: Wir haben erreicht, dass sich Models in einem spezifischen Fachbereich anmelden können. Ab sofort werden die Belange von Models deutschlandweit berücksichtigt. Das erste Mitglied dieser neuen, explizit auf Models bezogene Berufsgruppe, war unsere Gründerin Wendla!

Wie du dich für die ModelGewerkschaft registrierst 

Sobald du Mitglied bist, kannst du alle Angebote von ver.di nutzen. Die Anmeldung erfolgt HIER.

Wir geben dir hier noch eine Hilfestellung zum Ausfüllen. Wichtig: Die fett gedruckten Angaben bitte genau so machen, damit du in der richtigen Berufsgruppe gelistet wirst und überhaupt Teil unserer Organisation wirst:

  • beschäftigt als → Selbständige*r (im Dropdownmenü auswählen)
  • Angaben zum Betrieb → Name und Adresse leer lassen oder eigene Adresse eingeben (da du ja in der Regel als Model keinen Arbeitgeber hast)
  • ausgeübte Tätigkeit → „Fotomodell – sonstige darstellende Kunst“ (auch, wenn du nicht zu 100 Prozent den Beruf als Model ausübst)
  • Branche Modelbranche
  • Angaben über die Anwerberin → Vorname: Wendla Nachname: Savic E-Mail: info@modelkompass.de Mitgliedsnr. 1022208951

Welche Möglichkeiten bietet die Model-gewerkschaft uns Models?

Ver.di bietet uns Models einige Möglichkeiten. Unter anderem:

  • Rechtsberatung: „ver.di-Models“ haben Anspruch auf Beratung und Rechtsschutz durch Expert*innen.  Für Selbstständige gibt es zusätzliche Beratungsleistungen.
  • Informationen zu Sozial- und Krankenversicherung
  • Entwicklung und Durchsetzung von Rahmenverträgen (z.B. Mindestgagen)
  • Beratung zur Unterscheidung der Beschäftigungsart (selbständig/kurzfristig angestellt, gewerblich/freiberuflich)
  • Information und Durchsetzung von Rechten bzgl. dem eigenen Bild und Nutzungsrechte für Nutzer*innen
  • Freizeit-Unfall-Beihilfe: Nach einem Freizeitunfall mit mindestens 48-stündigem Krankenhausaufenthalt gibt es von ver.di ein Krankenhaustagegeld in Höhe von 25 Euro pro Tag.
  • Netzwerk: Ver.di verfügt über ein sehr gutes Netzwerk aus regionalen Ansprechpartner*innen und einer zentrale Stelle in Berlin, die eine einheitliche Umsetzung gewährleistet. Für internationale Projekte kooperiert ver.di zudem mit verschiedenen Dachorganisationen.
  • Community: Ver.di fördert die Vernetzung Einzelner durch online- und offline-Events. Engagement wird durch Bereitstellung von Materialien, technischen Plattformen, der Organisation von Netzwerkveranstaltungen u.a. unterstützt.
  • und vieles mehr.

Was hat ver.di für ähnliche Berufe erreicht?

Ver.di hat für ähnliche Berufe schon einiges erreicht. Ein paar Beispiele:

  • Tarifverträge für Schauspieler*innen, Synchronsprecher*innen, Journalist*innen, Musical-Darsteller*innen, Balletttänzer*innen
  • Anpassungen in sozialen Absicherungssystemen (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung) für Selbstständige
  • Normverträge und gemeinsame Vergütungsregeln für Autor*innen und Übersetzer*innen
  • zahlreiche Verfahren zu urheberrechtlichen Fragestellungen bis zum Bundesgerichtshof und auch zum Bundesverfassungsgericht
  • Die Künstlersozialkasse (KSK) hat ihren Ursprung in einer früheren Ausprägung von ver.di. Bis heute ist ver.di Teil des Gremiums.

Bei Welchen Themen kann die Model-gewerkschaft uns models helfen?

Die Arbeit mit ver.di ermöglicht uns eine Grundsatzentscheidung zum Status von Models. Zum Beispiel zu

  • einem Anspruch auf Mitgliedschaft in der KSK
  • Regelungen zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten
  • branchenspezifischen Arbeits- und Vergütungsbedingungen
  • sozialer Absicherung

Nur gemeinsam können wir etwas bewirken

Ver.di ist eine unabhängige Mitgliederorganisation, die von Mitgliedern gestaltet wird und ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Dies ermöglicht eine unabhängige und starke Position.

Je mehr Mitglieder einer Berufsgruppe ver.di-Mitglied sind, desto stärker ist die Verhandlungsposition und desto mehr Mittel können bereitgestellt werden. Deshalb meldet euch zahlreich an und werbt bei euren Kolleg*innen! Es liegt ganz an euch, nur gemeinsam können wir etwas bewirken.

Was kostet mich das?

Der Mitgliedsbeitrag liegt für Selbstständige ebenso wie für Angestellte bei 1% des zu versteuernden Einkommens. Das heißt: 1% des Gewinns, den man an das Finanzamt übermittelt. (Einnahmen – Ausgaben = zu versteuerndes Einkommen). Man kann den Mitleidsbeitrag steuerlich als Werbungskosten geltend machen.

Du berechnest den Betrag selbst, am Besten anhand deines letzten Steuerbescheids. Dein Mitgliedsbeitrag wird von ver.di überprüft, wenn er vollkommen unrealistisch erscheint, wenn du für ein Amt kandidierst und wenn du Mitgliederleistungen wie z.B. Rechtsschutz in Anspruch nimmst. Du kannst deinen Beitrag im Nachhinein auch korrigieren, zu viel gezahlte Beiträge werden dir dann gutgeschrieben.

Rechenbeispiel: Du hattest im letzten Jahr einen Umsatz von 22.000 Euro. Davon ziehst du deine Betriebsausgaben ab. Achtung, das sind nicht die zu versteuernden Sozialbeiträge! Übrig bleibt ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 18.000 Euro. Dieses teilst du durch 12 Monate. In unserem Beispiel kommst du dann auf 1500 Euro pro Monat. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 1% von diesem monatlichen Betrag, also 15 Euro pro Monat.

Ist die Berechnung des Mitgliedsbeitrags auf diese Weise nicht möglich, setzt man einen Beitrag von mindestens 15 Euro pro Monat fest. Außerdem gibt Sonderregelungen, zum Beispiel für Models die Elterngeld oder noch studieren. Der Mindestbeitrag liegt bei 2,50 Euro pro Monat.

Wichtig ist: Das gesamte Einkommen „im Organisationsbereich der ver.di“ ist für den Beitrag relevant! Das heißt, wenn du neben deinem Modelberuf noch einen anderen Beruf ausübst, welcher auch von ver.di organisiert wird, werden beide Einkommen als Grundlage zur Berechnung herangezogen. Wird der andere Beruf nicht von ver.di organisiert, sondern beispielsweise von der IG Metall, zählt nur das Einkommen als Model als Berechnungsgröße.

Welche Berufe bzw. Fachbereiche zum Organisationsbereich der ver.di gehören, kannst du hier einsehen.
Eine telefonische Auskunft erhältst du bei ver.di unter 0800 83 73 43 3.

Was planen wir für die Model-gewerkschaft?

Sobald eine größere Anzahl an Models registriert ist, gibt es eine digitale Infoveranstaltung. Außerdem planen wir Treffen zwischen ver.di und dem Modelkompass, um die wichtigsten Themen auf die Agenda zu setzen.

Ihr wollt wissen, was woran wir gerade arbeiten? Dann folgt unserem Instagram-Kanal – dort teilen wir euch alle wichtigen Updates.

Transparenz

Uns ist Transparenz sehr wichtig. Daher hier ein Hinweis, wie der Modelkompass davon profitieren kann: Wir erhalten eine einmalige Gutschrift in Höhe von 15 Euro je ver.di-Mitglied, wenn ihr angebt, dass Wendla euch geworben hat. Dieser Betrag fließt zu 100 Prozent in den Modelkompass ein und finanziert zum einen die Homepage und ermöglicht uns zum anderen, qualitativ hochwertige Inhalte auch kostenfrei anbieten zu können.

Du hast Fragen? Dann schreib uns eine E-Mail unter info@modelkompass.de oder eine DM via instagram @modelkompass.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dir den Modelberuf auf eine neue Ebene zu bringen!

Sylvia und Wendla | MODELKOMPASS

Nachtrag: Am 17. März 2022 erschien in der Zeitung „Publik“ von der ver.di (1,8 Mio Druckauflage) ein Artikel über uns und den Modelkompass, den Link zur Online-Ausgabe findest du hier: 
https://publik.verdi.de/ausgabe-202202/verdis-next-topmodels/ 

 

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